MANTICC

MANTICC – Untersuchungen zur Co-exposition des Nematoden Caenorhabditis elegans gegenüber nano-TiO2 und Cadmium bezüglich physikochemischer Eigenschaften und ihrer Wirkung auf zelluläre Transportmechanismen

TiO2-Nanomaterialien (n-TiO2) werden aufgrund ihrer ausgeprägten Energieabsorption und photokatalytischen Aktivität in zunehmendem Maße im Bereich der erneuerbaren Technologien eingesetzt, z.B als bei Solarzellen und voraussichtlich zur Wasserstoffproduktion. Seit Jahren sind sie ein wesentlicher Bestandteil in Lippenstiften und Sonnencremes. Durch die vielfältigen Anwendungen ist zu erwarten, dass auch der Eintrag in Gewässer erfolgt, meist indirekt über Kläranlagenabläufe. Studien aus den USA haben ergeben, dass 10 bis 100 μg/L n-TiO2 in den Abläufen immer noch messbar sind. Modellierungsergebnisse für Europa, die die hiesigen Produktionszahlen zugrunde legen, prognostizieren Akkumulationsraten in Sedimenten im mg/kg Bereich.

Soll eine nachhaltige Entwicklung einhergehen mit der Energiewende, ist es notwendig, sich mögliche Folgen und Risiken für die Umwelt bewusst zu machen, bevor aufgrund weiträumiger Verteilung keine Maßnahmen mehr ergriffen werden können. Dieses Projekt „Mantecc“ reiht sich ein in eine Reihe von Dissertationen in der Arbeitsgruppe „Angewandte Aquatische Toxikologie“ der HAW, in denen die Wirkweise von n- TiO2 auf Nematoden im Mittelpunkt stand. Durch die zweite Doktorarbeit in Folge, die sich mit diesem Thema beschäftigte, (GNOME, Bearbeiterin: Kamelia Samet) war es gelungen, wesentliche neue Erkenntnisse zu bisher vernachlässigten Eigenschaften der Nanomaterialien zu gewinnen und erste Schritte zur Aufklärung des Wirkmechanismus zu erhalten. Mit MANTECC hoffen wir auf einen weiteren wesentlichen Fortschritt in der Beschreibung des Wirkmechanismus auf zellulärer Ebene, der Frage, ob diese Ergebnisse übertragbar sind und ein relevantes ökologisches Risiko anzeigen, und in welcher Weise Maßnahmen ergriffen werden könnten.