Arbeitsgruppe an der HAW Hamburg

HAW-Life Sciences - LogoUnsere Arbeitsgruppe untersucht den Eintrag und die Verteilung von Schadstoffen in aquatischen Systemen und deren Wirkung auf Organismen und Lebensgemeinschaften. Von besonderem Interesse hierbei sind für uns Sedimente. In ihnen reichern sich viele Schadstoffe an und sind so teilweise noch Jahrzehnte nach ihrem Eintrag nachzuweisen. Auf der anderen Seite leben in Sedimenten viele Organismen, die diesen Schadstoffen ausgesetzt und durch sie geschädigt werden.

An der Elbe steht derUTF-8''Überflutung von René mit Autorenschaft Einfluss von hohen Abflussverhältnissen im Oberlauf des Flusses auf Transport und Verteilung von Schadstoffen im Mittelpunkt unserer Betrachtungen. Ein großer Anteil der jährlich transportierten Schadstoffe, die an Schwebstoffe und Sedimente gebunden sind, wird während eines Hochwasserereignisses von oberstrom eingetragen. In den letzten Jahren hat es mehrfach extreme Hochwasserereignisse an der Elbe gegeben (2002, 2006, 2011, 2013), wobei zurzeit noch strittig ist, inwiefern dies eine Folge der Klimaveränderung ist. In mehreren Projekten haben wir uns mit den möglichen Auswirkungen dieser Hochwasserereignisse beschäftigt (Projekte „Sed-Trans“, „Seitenstrukturen I und II“, „diPol“, „Klimzug-Nord“).

Um die Wirkung von Schadstoffen auf Organismen zu beurteilen, wenden wir ökotoxikologische Testsysteme an, bei denen Testorganismen „beispielhaft“ Umwelt-proben ausgesetzt werden. Dabei untersuchen wir, ob es durch die Exposition zu negativen Folgen bei Entwicklung, Fortpflanzung, Wachstum etc. kommt. Wird der Testorganismus im Labor durch Proben eines Standortes geschädigt, besteht die Möglichkeit, dass auch die an diesem Standort lebenden Organismen in Mitleidenschaft gezogen werden. Mit Hilfe der Kombination verschiedener Testsysteme (z.B. mit Mikroalgen, Bakterien, Fadenwürmer, Wasserflöhe) zu sogenannten „Testbatterien” werden die unterschiedlichen Wirkungen auf verschiedenartige Organismen erfasst, sowie das Zusammenwirken verschiedener Umweltchemikalien und die Effekte nicht bekannter oder nicht-gemessener Chemikalien.

Durch die VerknDipol - IMGP1622üpfung mit chemischen Messungen und der Untersuchung von im Ökosystem lebenden Organismen wird eine ganzheitliche Betrachtung der biologischen Wirkung angestrebt. Über eine integrierende Bewertung, u.a. mit Hilfe von Fuzzy-Logic Verfahren werden ökotoxikologische Klassifizierungen von Sedimenten erarbeitet, die eine rasche Einschätzung des Gefährdungs-potenzials von Regionen ermöglichen. International wurden in diesem Rahmen Thematiken in Afrika und Asien bearbeitet (Projekte „Morogoro“ und „Riskcycle“).